Mittlerweile ist mehr als ein Jahr vergangen, seit die Corona-Pandemie unser normales Leben auf den Kopf gestellt hat. Viele neue Verhaltensregeln, wie Maskentragen, Abstandhalten oder verstärkte Desinfektionsmaßnahmen sind mittlerweile Standard geworden. Und doch stellen sich noch immer Fragen rund um das Risiko im Alltag und wie man sich am Besten mit den vorhandenen Schutzmaßnahmen auf einzelne Situationen einstellt. Aerosolexperten wie der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach, geben hier Tipps für den richtigen Umgang mit unterschiedlichen Konstellationen.

So muss nahezu jeder regelmäßig zum Einkauf in den Supermarkt. In bestimmten Bereichen wie an der Kasse sollte man besonders Wert auf den nötigen Abstand legen, Plauschs mit Bekannten nach draußen verlagern. Stoßzeiten sind zu vermeiden und auf das korrekte Tragen der Maske zu achten. So ist z.B. das Beschlagen einer Brille ein deutliches Anzeichen dafür, dass die Maske nicht richtig sitzt. Dasselbe gilt auch für öffentliche Verkehrsmittel wie Busse, U-Bahnen oder Straßenbahnen. In Fernzügen der Deutschen Bahn helfen Belüftungsanlagen beim Luftaustausch, allerdings sollte auch hier die Maske nur für kurzes Essen oder Trinken abgenommen werden. (Bitte beachten: Aktuell ist auch in Fernzügen das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht, einfache OP-Masken reichen derzeit nicht mehr aus.) Lange Mahlzeiten sind zu vermeiden. Und: Gerade in Räumen mit vermeintlicher Sicherheit, wie z.B. der Zugtoilette, wo man sich alleine befindet, sollte man die Maske keinesfalls absetzen. War kurz zuvor eine infizierte Person in diesem kleinen Raum, können dort noch immer Aerosole in der Luft schweben und dann von der nächstfolgenden Person eingeatmet werden. Dies gilt daher auch für die Nutzung eines Aufzugs in größeren Wohnhäusern/-blöcken. Sofern möglich, besser das Treppenhaus benutzen. Es gilt hier wie in engen Räumen, dass schlechte Durchlüftung ein höheres Risiko bedeutet. Aufenthalte an allen Stellen, wo dies nicht der Fall ist, sind demnach zu minimieren und sollten kurz ausfallen.

Treffen aller Art lassen sich folglich am Besten im Freien abhalten, sei es auf Balkon, Terrasse oder im Park im jeweils erlaubten Personenkreis. Hier mindert sich laut Aerosolforschern das Risiko einer Ansteckung immens. Denn: Um sich zu infizieren, muss man eine Mindestanzahl von Viren einatmen. Wie viele man einatmet, hängt von der Konzentration ab und von der Zeit, während der man eine Konzentration aufnimmt. So ist diese Kontaktzeit bspw. auch beim Joggen oder Spazierengehen mit anderen Personen äußerst gering. Zudem wird die Konzentration von ausgeatmeten Viren sehr schnell verdünnt, gerade bei einem Jogger, der in Bewegung ist. Durch die kurzen Kontaktzeiten und die niedrigen Konzentrationen ist somit die Wahrscheinlichkeit, eine Anzahl von Viren einzuatmen, um sich zu infizieren, extrem gering. Und gleichzeitig hilft die Bewegung an der frischen Luft fit zu bleiben und sich wohlzufühlen.

Bitte achten Sie weiterhin auf sich und andere und bleiben Sie gesund!