Den Blick auf das Wesentliche zu lenken und unbeeinflusst eine einzelne Arbeit zu Ende zu bringen, ist für manche Menschen eine regelrechte Qual. Wer kennt es nicht, dass man in einer Tätigkeit plötzlich gestört wird oder sich manchmal auch nur zu gerne vom Lernen oder anderen unliebsamen Arbeiten durch kleine äußere Faktoren abbringen lässt? Es gilt, die Konzentration zu bewahren – also, fähig zu sein, die gesamte Aufmerksamkeit auf eine Sache/ Angelegenheit zu lenken, meist mit dem Ziel, dass eine Aufgabe erfüllt wird.

Dabei kann man deutliche Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen ausmachen: Kinder nehmen ihre Umgebung deutlich ungefilterter wahr, als dies bei älteren Personen der Fall ist. Dies lässt sich damit begründen, dass je jünger ein Mensch ist, viele Dinge noch neu und unbekannt und dadurch spannend sind. Hier liegt der Grund der Ablenkung somit nicht in einer direkten Konzentrationsschwäche begründet. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Fähigkeit, sein Augenmerk auf eine Aufgabe zu richten. Diese Bereitschaft ist aber unterschiedlich ausgeprägt und kann gefördert werden. Wenn Konzentrationsschwächen auftreten, so hilft zunächst eine “Konzentrationsstruktur“ zu schaffen, d.h. für ein Umfeld zu sorgen, in dem keine Ablenkungen möglich sind. Handy, TV, Konsole oder “störende“ Geschwister, die spielen wollen, sind hier tabu. Feste Lernzeiten sind hilfreich. Des Weiteren gilt es, Überforderungen zu vermeiden. Man sollte beachten, dass auch bei 12-16-Jährigen die Konzentrationsspanne bis zu einer benötigten Pause bei erst ca. 40min liegt. Der Weg der kleinen Schritte dürfte besonders bei leicht ablenkbaren Kindern der richtige sein. Wichtig ist es auch, dass das Kind durch Sport und Bewegung sowie gute Ernährung (wenig Zucker) und ausreichenden Schlaf die richtigen Begleitkomponenten für eine bessere Konzentrationsfähigkeit an die Hand bekommt. Lob und Anerkennung sind unabdingbar, genauso wie das richtige Maß an Selbstständigkeit (je nach Altersstufe), welches dem Kind Vertrauen signalisiert.

Aber auch für ältere Menschen sind Gedächtnistraining und Konzentrationsübungen äußerst bedeutend, um dem geistigen Abbau vorzubeugen und Risiken im Hinblick auf Demenz und Alzheimer zu verringern. Man beachte: Auch im Alter behält das Gehirn die Eigenschaft, neue Nervenzellen zu bilden und miteinander zu verknüpfen. Dabei liegt ein Schwerpunkt in der Bewegung und anderen kreativen Hobbys. Musizieren, tanzen oder eine neue Fremdsprache erlernen sind Beispiele, wie man das Gehirn zugelich fordert und fördert. Ein abwechslungsreicher Alltag ist das beste Mittel, um der im Alter leicht abbauenden Konzentration wieder neuen Schwung zu verleihen. Wer viel Wasser trinkt, sorgt zudem dafür, dass Sauerstoff und Nährstoffe schneller durch den Körper transportiert werden und so auch schneller das Gehirn erreichen. Ein weiterer Baustein ist besonders im Alter noch mehr auf sich selbst zu achten und über Meditationsübungen oder Yoga bewusst einen Ruhepol in einer oft hektischen Umwelt zu schaffen. Multitasking verbietet sich, damit der Fokus gewahrt bleibt. Nicht zu vergessen ist die Bedeutung des Menschen als soziales Wesen. Gerade ältere Personen sollten oft möglichst Gleichgesinnte treffen und sich unterhalten, denn die Kommunikation ist elementar für die Gedächtnisaktivierung und Lernprozesse. Viele Dinge lassen sich gemeinsam leichter schaffen und halten gleichzeitig das Gehirn auf Trab.

Ob jung oder alt – Konzentration lässt sich also fördern und kann geschützt werden. Mit den richtigen Hilfsmitteln gelingt es, in wichtigen Augenblicken fokussiert und aufmerksam zu sein. Und dann darf natürlich zwischendurch auch ruhig einmal gefeiert werden …