Für viele Patienten ist es ein besonders wichtiges und heikles Thema: Die Nebenwirkungen von Medikamenten. Viele Menschen machen sich große Sorgen und haben Angst, dass Arzneimittel zu unerwünschten Begleiteffekten führen. Vorab ist festzuhalten: Bei jedem in Deutschland zugelassenen Medikament ist unabdingbare Voraussetzung, dass der Nutzen die Risiken, die durch die Einnahme entstehen könn(t)en, übersteigen muss. Grundlage hierfür ist das Arzneimittelgesetz. Trotz allem entsteht bei vielen oftmals eine Art “Kopfkino“, wo genau das Gegenteil, die Sorge um mögliche nachteilige Auswirkungen, in den Vordergrund tritt.

Nebenwirkungen sind zunächst von Wechselwirkungen und Gegenanzeigen abzugrenzen. Von Wechselwirkungen spricht man bei der gegenseitigen Beeinflussung zweier Medikamente oder eines Medikaments und eines Nahrungsmittels. Als Gegenanzeigen bezeichnet man z.B. Erkrankungen, Beschwerden oder Lebensumstände, bei denen das Arzneimittel überhaupt nicht ­angewendet werden darf. Nebenwirkungen sind dagegen Folgen, die neben der eigentlichen Wirkung des Medikaments auftreten und nicht erwünscht sind (sog. “unerwünschte Arzneimittelwirkungen“). Diese treten in unterschiedlicher Häufigkeit auf: “Sehr häufig” heißt, dass voraussichtlich mindestens einer von zehn Patienten davon betroffen ist. Von “häufig” ist die Rede bei ein bis zehn behandelten Personen von 100, “gelegentlich” entspricht ein bis 10 von 1000 Behandelten und “selten” ein bis 10 von 10000. “Sehr selten” bedeutet, die Nebenwirkung ist bei weniger als einer Person von 10000 Behandelten aufgetreten.

Wichtig ist es zunächst, den Beipackzettel sorgfältig zu lesen, auch wenn dies oft mühselig ist. Denn hier werden bereits entscheidende Hilfestellungen zur Dosis, Einnahmeform und Dauer der Anwendung sowie möglichen Begleiterscheinungen gegeben. Man sollte sich von der Befürchtung befreien, das Medikament aufgrund der beschriebenen, potentiellen Nebenwirkungen erst gar nicht anzuwenden, denn meist hilft die richtige Interpretation, um Ängsten aus dem Weg zu gehen. Oft stellen sich Folgen ein, die im nachhinein gar nicht auf das verabreichte Präparat zurückzuführen sind. Sollten aber in der Packungsbeilage beschriebene oder auch unbeschriebene Wirkungen auftreten, so ist vor oder parallel zum Absetzen des Medikaments das Gespräch mit dem Arzt oder Apotheker zu führen. Zum einen kann dann der individuelle Fall näher beleuchtet und diagnostiziert werden, zum anderen leiten diese Berufsgruppen die Informationen weiter und helfen so Wissenschaftlern, Forschern und pharmazeutischen Unternehmen zu reagieren und Abhilfe zu schaffen. Meldungen (online unter www.nebenwirkungen.bund.de oder analog an das BfArM oder PEI (Paul-Ehrlich-Institut)) unterstützen zudem die Sicherheit aller Patienten.

Zu beachten ist, dass manche Nebenwirkungen nur kurzzeitig am Anfang der Einnahme auftreten. Des Weiteren kann es helfen, die Dosis langsam zu steigern, wenn die Therapie dies zulässt. Eisentabletten sind zusammen mit einer Mahlzeit besser verträglich (werden dann aber auch schlechter aufgenommen). Bei manchen Medikamenten (z.B. Antiallergika), die leicht müde machen, sollte die Verabreichung abends erfolgen. Genau andersherum verhält es sich mit Arzneimitteln, die “wach halten“. Aber auch in all diesen Fällen gilt: Nicht eigenmächtig handeln! Das vertrauliche Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt oder dem Apotheker vermeidet mögliche Auswirkungen, die kontraproduktiv zur Behandlung und dem gewünschten Erfolg stehen.

Sollten Sie Probleme mit einem Medikament haben oder sich unsicher im Gebrauch sein, scheuen Sie sich nicht uns direkt anzusprechen. Wir stehen Ihnen bei allen Fragen gerne kompetent mit Rat und Tat zur Seite.