Erst Sonne und warm, dann Regen, kalt und windig – besonders im April kommt es oft und gerne zu kurzfristigen Wetterumschwüngen, die für viele Menschen zu körperlichen Symptomen führen: Etwa die Hälfte aller Deutschen leiden unter der sog. Wetterfühligkeit. Diese kann sich ganz verschiedentlich bemerkbar machen, z.B. durch Abgeschlagenheit, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen, Migräne oder Kreislaufproblemen.

Dabei sollte man deutlich differenzieren: Während nahezu alle Menschen wetterreagierend sind (der menschliche Organismus reagiert etwa bei sonnigem Wetter positiv, die Laune steigt), verstärken sich bei wetterempfindlichen Personen bereits vorhandene Beschwerden (arthritische oder rheumatische Schmerzen treten beispielsweise intensiver auf).

Das Gute vorab: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, der Wetterfühligkeit ein Schnippchen zu schlagen und sich gegen wechselnde Witterungsbedingungen zu wappnen. So finden sich zahlreiche Ratschläge, die Linderung versprechen, wenn das Wetter sich plötzlich ändert.

  • Ausdauer trainieren

Stärken Sie Ihr Immunsystem und Herz-Kreislaufsystem durch regelmäßige Spaziergänge, leichtes Lauftraining und andere sportliche Beschäftigungen wie Schwimmen oder Radfahren. Jede Art von moderater Bewegung ist hierbei bereits förderlich.

  • Gesund ernähren

Achten Sie auf eine ausgewogene und vollwertige Ernährungsweise. Verzichten Sie auf fettreiche Speisen, essen Sie stattdessen zwischendurch Obst und trinken Sie ausreichend über den Tag verteilt. Verzichten Sie auf übertriebenen Verbrauch von Genussmitteln wie Nikotin, Kaffee oder Alkohol.

  • Geregelter Tagesablauf

Versuchen Sie – soweit wie möglich – einen geordneten Rhythmus in Ihren Alltag und die Nachtruhe zu bekommen. Vermeiden Sie Stresssituationen, gehen Sie möglichst zur gleichen Zeit schlafen und sorgen Sie für genügenden und erholsamen Schlaf.

  • Körper abhärten

Da schnelle Wetterwechsel das vegetative Nervensystem stören, welches für die Regulierung des Blutdrucks und der Körpertemperatur verantwortlich ist, sind u.a. Wechselduschen, Kneipp-Anwendungen oder Saunagänge (ggf. nach Absprache mit dem Arzt) sinnvoll. Diese Abhärtung unterstützt dann bei der Anpassung an mögliche, äußere Temperatursprünge.

  • Raus bei jedem Wetter

Sinnvoll ist es auch, bei (fast) jedem Wetter raus zu gehen und mit der passenden Kleidung widrigen Wetterverhältnissen zu trotzen. Dabei nicht zu warm anziehen, denn das dient der sog. Thermoregulation. Diese hilft bei der Aufrechterhaltung der normalen Körpertemperatur und wird so stetig trainiert.

  • Melissentee einnehmen

Melisse gilt als altes Hausmittel, welches Abmilderung bei Symptomen durch Wetterfühligkeit verspricht. Entsprechender Tee oder auch ein Bad mit Melisse (oder wahlweise Rosmarinöl)  können insbesondere Kreislaufproblemen und Kopfschmerzen entgegenwirken.

Zudem stellt der Deutsche Wetterdienst seit längerem ein sog. “Biowetter“ zusammen. Dabei werden medizinisch relevante Wetterprognosen zusammengefasst. Auch wenn solche Biowetter-Vorhersagen auf statistischen Zusammenhängen beruhen und keine spezifische Aussagekraft für den Einzelfall besitzen, lassen sie sich insoweit nutzen, dass man sich auf bestimmte Wetterwechsel einstellen und seine geplanten Unternehmungen gut darauf ausrichten kann. Gerade bei Patienten mit chronischen Schmerzen bieten sich so Möglichkeiten, bei bestimmten angekündigten Wetterlagen auf gewisse Anstrengungen von vornherein zu verzichten.

Hält man sich an diese Anregungen, dann sollten stärkere Wetterkapriolen aushaltbar sein.

So kann auch die neueste, unruhige Wetterprognose gelassen ertragen werden … 🙂