Was haben Alkohol, Nikotin und Zucker gemeinsam? Sie machen süchtig und sind ungesund. Während dies bei Alkohol und Nikotin schon bei kleineren Mengen so gesehen wird, stellt sich bei Zucker die Frage, ab wann dieser als schädlich für die eigene Gesundheit angesehen werden muss.

Statistiken zufolge nimmt jeder Deutsche jährlich im Schnitt insgesamt ca. 34kg an Haushaltszucker zu sich, Zuckerzusätze aus Säften, Obstkonserven oder Honig sind davon noch nicht einmal umfasst. Wenn man nun zugrundelegt, dass raffinierter Zucker bei Einnahme lediglich Kalorien liefert, aber darüber hinaus keine (wesentlich) wertvollen Nährstoffe beisteuert, stellt sich die Frage inwieweit man auf Zucker verzichten sollte. Dabei gilt zu beachten, dass sich “süßer Geschmack“  sehr gut vermarkten lässt und er sowohl als Geschmacksverstärker wie auch günstiger Füllstoff in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz kommt. So sind in manchen sogenannten “Fitness-Müslis“ 39 Stück Würfelzucker enthalten. Oft wird der wahre Zuckergehalt eines Produkts zudem durch Begriffe wie “100% Frucht“, “zuckerreduziert“ oder “mit natürlicher Süße“ verschleiert, da lediglich die  absolute Mengenangabe Aufschluss hierüber gibt.

Doch warum ist Zucker so ungesund? Da keine Ballaststoffe oder Vitamine, sondern lediglich Kalorien geliefert werden, ist bei übermäßigem Konsum von Zucker sowie mangelnder Bewegung schnell der Punkt erreicht, wo der Körper die zugeführte Energie nicht mehr verbrauchen kann und diese dann in Fett umwandelt. Dies kann im Folgenden zu deutlicher Gewichtszunahme führen. Tückisch in diesem Zusammenhang sind hierbei oft Fruchtsäfte und gesüßte Limonaden, die oft gedankenlos schnell nebenbei getrunken werden und nicht wirklich satt machen. Es lauert die Gefahr der unbewussten, deutlich verstärkten Zuckeraufnahme. Des Weiteren greift Zucker über die im Zahnbelag lebenden Bakterien den Zahnschmelz an und kann zu Karies führen. Auch Stoffwechselstörungen, die zu Formen von Diabetes führen können, und Leberschäden durch den in Fett umgewandelten, zu viel aufgenommenen Fruchtzucker, der in der Leber gespeichert wird, sind möglich. Weitere schwerwiegende Folgen, wie Beeinträchtigung des Herz-Kreislaufsystems oder die Erhöhung verschiedener Krebsarten, werden durch übermäßigen Zuckergenuss begünstigt.

Noch ist nicht wirklich geklärt, wie viel Zucker schädlich ist. Laut verschiedenen Fachkreisen wird aber empfohlen, die Aufnahme auf 25 bis maximal 50gramm pro Tag zu begrenzen. Bei der Suche nach Alternativen stößt man schnell auf zwei Arten von Zuckerersatzprodukten: (1) Zuckeraustauschstoffe und (2) Süßstoffe. Es ist noch nicht abschließend geklärt, welche genauen Nebenwirkungen von diesen ausgehen. Zuckeraustauschstoffen haben zumindest abführende Wirkung und sind dadurch für Menschen mit Reizdarm unverträglich. Süßstoffe haben den Vorteil, sich nicht auf den Blutzucker auszuwirken und somit nicht zur Insulinausschüttung beizutragen. Allerdings wird die durch Süßstoffe eingesparte Kalorienanzahl oft anderweitig ausgeglichen, um ein ausreichendes Sättigungsgefühl zu erreichen. Eine Gewichtsabnahme ist daher hiermit kaum verbunden.

Um den Zuckerkonsum zu verringern, sollte man daher auf andere Tipps setzen: Führen Sie ein Ernährungstagebuch und achten Sie darauf, welche Nahrungsmittel wie viel Zucker enthalten. Vermeiden Sie Fertigprodukte und Snacks zwischendurch. Mehr Wasser trinken sowie Tee und Kaffee möglichst ohne Zuckerzusatz. Desserts, Kuchen und Süßigkeiten sollten die Ausnahme darstellen und nicht gewohnheitsgemäß gegessen werden. Auf gesunde Proteine und Fette setzen, frische Früchte und frisches Gemüse bevorzugen. Darüber hinaus sollten Sie auf ein ausreichendes Maß an Bewegung achten.

Wer diese Ratschläge befolgt und sich bewusst mit seiner Ernährungsweise auseinandersetzt, hat bereits viel für seine Gesundheit getan und kann im wahrsten Sinne des Wortes “leichter“ in die Zukunft blicken.