Atmen – die natürlichste Sache der Welt. 10.000 bis 20.000 Liter Luft atmen wir täglich ein und aus, optimal sind 12 bis 15 Atemzüge pro Minute. Aber Atmen will gelernt sein. Denn es ist gar nicht so einfach, richtig zu atmen: Während zu heftiges Atmen über einen längeren Zeitraum zum Hyperventilieren führt, bedeutet eine zu flache Atmung, dass sich zu wenig Sauerstoff und/oder zu viel Kohlendioxid im Körper befinden kann. Körperliche Beschwerden schließen sich an. Bewusstes Atmen hilft dagegen, sich zu entspannen und Stress entgegenzuwirken.

Besonders schwer fällt das richtige Atmen, wenn man sich sorgt oder unter besonderer Anspannung befindet. Abgespanntheit, Kopfschmerzen und fehlender Antrieb sind im weiteren Verlauf die Folgen. Hier gilt es Ruhe zu bewahren und mit den passenden Atemtechniken dagegen zu steuern.

Vor allem sollte man als Erstes darauf achten, durch die Nase zu atmen. Nasenhaare halten Staub fern und die Schleimhaut schützt vor Viren und Bakterien. Wer stattdessen durch den Mund atmet trocknet seine Mund- und Rachenschleimhäute aus, was die Infektionsanfälligkeit erhöht oder auch zu Karies und  Parodontitis beitragen kann.

Bei den Atemtechniken unterscheidet man zwischen (1) der Brust- und Schulteratmung und (2) der Bauch- und Zwerchfellatmung. Im ersten Fall sind nur Brustkorb und Schultern an der Atmung beteiligt. Hier wird lediglich der obere Teil der Lunge mit Sauerstoff versorgt, was in der Folge zu Konzentrationsmängeln und Kopfschmerzen führen kann. Bei der Bauch- und Zwerchfellatmung ist demgegenüber der ganze Brust- und Bauchbereich in die Atmung involviert, das gesamte Lungenvolumen wird genutzt.

Um nun im Alltag bewusst richtig zu atmen, sollte man folgende einfache Regeln beachten:

Wenn möglich eine aufrechte Körperhaltung einnehmen, andernfalls sind das Zwerchfell und die Bauchmuskeln blockiert.

So viel Zeit wie möglich an der frischen Luft verbringen. Drinnen viel lüften.

Ausdauersport hilft dabei, die Atemtechniken richtig anzuwenden und Kondition aufzubauen.

Bei der Kleidung auf Bequemlichkeit achten und nicht zu enge, die “Luft abschneidende“ Sachen tragen.

Die eigenen Atemzüge zählen, so oft es geht. Auf Dauer trägt dies zu einer gleichmäßigeren Atmung bei. Meditationsübungen können hierbei hilfreich sein.

Und wenn es besonders stressig wird: Denken Sie an den “Dreierrhythmus des Atmens“. Einatmen, Ausatmen, Atempause. Wer dies verinnerlicht und sich vor Augen führt, übersteht anstrengende Phasen deutlich gelöster.

Machen Sie sich das richtige Atmen zu eigen und achten Sie auf eine bewusste und richtige Atemtechnik. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.